Der Mensch braucht Gedächtnis und Erinnerung. Ebenso sind Selbst-verständnis und Identität einer Gesellschaft abhängig von ihrem kollektiven Gedenken. Dieses unterliegt aber konjunkturellen Schwankungen: „Erinnert wird nicht so sehr, was einmal von Wichtigkeit war, sondern was wir heute für uns als bedeutend anerkennen.“ Daher werfen die Autorinnen und Autoren dieses Bandes einen kritischen Blick auf die Methoden, Medien und Akteure unserer Gedächtnispolitik – um, auch im Hinblick auf die europäische Einigung, die Lücken und Bruchstellen in der Kon-struktion unseres kollektiven Gedächtnisses aufzuzeigen.