Als der Kommunismus zerfiel und Osteuropa den Weg der Demokratisierung beschritt, ging Jugoslawien in kriegerischen Auseinandersetzungen unter. Eine halbe Million Menschen verließ Serbien. Die Proteste in Belgrad konnten den Prozeß der »Faschisierung« (Radomir Konstantinovic´) nicht aufhalten. Die Ära Milos¡evic´ wurde zur bleiernen Zeit, Belgrad verkam zur Metropole einer »Plüschdiktatur « (Sonja Biserko). »Danke für die Angst und Unsicherheit, für verlorene, erloschene Träume, für den Schrecken und die Kriege«, heißt es in einer Todesanzeige, die Gegner Milosévic in der Belgrader Zeitung Politika aufsetzten. Wird nach seinem Tod Vergangenheitsbewältigung endlich möglich? Serbische und deutsche Autoren beschreiben, durchaus kontrovers, die Gründe für die politische Erosion des Landes und die Chancen für eine demokratische Annäherung an Europa.